Sommerradio! Lesbenradio!

“Lesbe”? Ich mochte es ja noch nie, dieses Wort. Und inzwischen ist es definitiv irgendwie aus der Mode gekommen. Lebenslang gültige, einfache und klare Identitätszuschreibungen sind ohnehin eine seltsame Sache, in Anbetracht der Komplexität von Sex und anderen Körperregungen, nicht? Und schön ist das Wort auch nicht gerade.

Und doch: Welche Lesbe kennt sie nicht, die eindeutig lesbisch-empowernden Lieder aus der Jugend? Die schnulzigen Soundtracks der Lesbenklassiker von damals? Die Video/CD/DVD-Sammelwut, in der alles archiviert wurde, was auch nur einen Hauch von Flirt zwischen zwei Frauen enthielt? Wer erinnert sich nicht daran, wie Paulie in “Lost&Delirious” vom Dach springt und Ani diFranco’s Stimme es unmöglich machte, da nicht zu heulen? Oder an Robyns “Show me love”, während Elin und Agnes aus dem Schulklo kommen und ihr Verliebtsein quasi der ganzen Welt, beziehungsweise der Dorfjugend von Åmål zeigen…

Als Sommerradio bringt lila_blue(s) sie euch alle, die Kitsch-Triefenden, die laut Mitgebrüllten, die Sexy-Smoothen und die Protestsongs von und für Frauen, die Frauen lieben. So als politisch-emanzipatorische Position, als reale und imagined Community, als Bezugspunkt für Genealogie und Tradition, ist sie irgendwie doch schwer in Ordnung, die gute alte “Lesbe”… viel Spass!

 

you had time – ani di franco
whats up4 non blondes – 4 non blondes
show me love – robyn
every woman can be a lesbian – alix dobkin
come over here  –  sarah bettens
drive – melissa ferrick
where does the good go – tegan and sara
the l-word – theme
genius – the murmurs
wait another  day –  uh huh her
closer to fine  –  indigo girls
damn i wish i was you lover –  sophie b hawkins
disco – butchies

 

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